Ehemaliges Industriegelände, Überlingen

Das Kramer-Areal in Überlingen

68 Jahre Industriegeschichte, 5,7 Hektar Zukunft. Vom Traktorenwerk der Kramer-Werke zum neuen Stadtquartier "Kramer-Gärten". Was war, was kommt und was das für den Standort Überlingen bedeutet.

Die Kramer-Werke in Überlingen (1940 bis 2008)

Fast 70 Jahre lang prägte die Maschinenfabrik Kramer den Standort Überlingen.

Die Gebrüder Kramer gründeten ihre Maschinenfabrik 1925 in Gutmadingen. Ab 1940 verlagerte sich die Produktion nach Überlingen. Hier entstanden zunächst Traktoren, später Baumaschinen wie Radlader und Teleskoplader. 1958 stellte Kramer mit dem KS 510 den ersten deutschen Radlader mit Allradantrieb und gleich grossen Rädern vor.

In den besten Jahren war Kramer einer der grössten Arbeitgeber in Überlingen. Die Werke prägten den südöstlichen Stadtrand über Jahrzehnte. Im Jahr 2000 fusionierte das Unternehmen mit Neuson Baumaschinen (heute Wacker Neuson Group, Sitz: München). Die Marke Kramer existiert weiter als Teil des Konzerns.

2008 zog die Produktion nach Pfullendorf um. Seitdem steht das 5,7 Hektar grosse Areal im Südosten der Überlinger Innenstadt leer. Es ist die letzte grosse zusammenhängende Entwicklungsfläche innerhalb der Kernstadt.

Lage

Südosten der Innenstadt, zwischen Nussdorfer Strasse und Bodenseegürtelbahn

Zeitraum

Produktion 1940 bis 2008. Seit 2008 leerstehend.

Fläche

5,7 Hektar (57.000 m²). Grösste Entwicklungsfläche in der Kernstadt.

Eigentümer

Wacker Neuson Immobilien GmbH (Wacker Neuson Group).

Vom Traktorenwerk zum Stadtquartier

Die wichtigsten Stationen des Kramer-Areals.

1925

Gründung

Gebrüder Kramer gründen die Maschinenfabrik in Gutmadingen. Produktion von Kleinmotormähern und landwirtschaftlichen Geräten.

1940

Standort Überlingen

Beginn der Traktorenproduktion in Überlingen. Das Werksgelände am südöstlichen Stadtrand wächst über die Jahrzehnte auf 5,7 Hektar.

1958

KS 510

Kramer stellt den ersten deutschen Radlader mit Allradantrieb und gleich grossen Rädern vor. Beginn der Baumaschinen-Ära.

2000

Fusion mit Neuson

Zusammenschluss mit Neuson Baumaschinen zur Neuson Kramer Baumaschinen AG (heute Wacker Neuson Group).

2008

Umzug nach Pfullendorf

Die Produktion wird nach Pfullendorf verlagert. Das Überlinger Areal steht leer. Ende einer 68-jährigen Industriegeschichte am Standort.

2023

Wettbewerb und Städtebauvertrag

Die Stadt schliesst einen Städtebauvertrag mit Wacker Neuson. Ein Gestaltungswettbewerb mit 25 Büros wird durchgeführt. Gewinner: Studio Urbanek / BELT / studio boden.

2024

Aufstellungsbeschluss

Der Gemeinderat beschliesst den Bebauungsplan "Kramer-Areal" (Februar 2024). Im Juni 2024 wird der städtebauliche Entwurf mit grosser Mehrheit genehmigt.

2025

Öffentlichkeitsbeteiligung

Vorentwurf des Bebauungsplans gebilligt (Juli 2025). Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung und Bürgerinformation im Kursaal (November 2025).

Die Kramer-Gärten: Was geplant ist

Ein durchmischtes, verkehrsarmes Stadtquartier mit Wohnen, Gewerbe, Kultur und Hotel.

Das Siegerkonzept "Kramer-Gärten" von Studio Urbanek, BELT Architektur und studio boden sieht ein nachhaltiges, klimaneutrales Quartier vor. Der Name spielt auf die geplanten Garten- und Promenadenachsen an, die das Areal durchziehen und bis zum Bodenseeufer führen sollen.

Insgesamt sind ca. 76.000 m² Bruttogeschossfläche geplant, davon mindestens 64.000 m² für Wohnen. Die verbleibenden Flächen teilen sich auf in Gewerbe (Büros, Dienstleistung), Einzelhandel, ein Hotel, kulturelle Einrichtungen und eine Kindertagesstätte. Soziale Durchmischung ist erklärtes Ziel: Wohnungen für verschiedene Einkommensklassen, Altersgruppen und Haushaltsgrössen.

Das Verfahren läuft nach §13a BauGB (Bebauungsplan der Innenentwicklung, beschleunigtes Verfahren). Ein konkreter Baubeginn ist noch nicht offiziell kommuniziert.

Wohnen

Mindestens 64.000 m² BGF. Verschiedene Wohnformen und Einkommensklassen.

Gewerbe und Hotel

Büros, Dienstleistung, Einzelhandel, Hotel und kulturelle Nutzungen.

Konzept

Verkehrsarm, klimaneutral, sozial durchmischt. Garten- und Promenadenachsen.

Planungsstand

Bebauungsplan in Aufstellung. Öffentlichkeitsbeteiligung 2025 abgeschlossen.

Was bedeutet das Kramer-Areal für Überlingen?

Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort und den Immobilienmarkt.

Neuer Wohnraum

Überlingen braucht Wohnraum, besonders für Fachkräfte der lokalen Unternehmen. Das Kramer-Areal wird mit mindestens 64.000 m² Wohnfläche einen spürbaren Beitrag leisten.

Gewerbeflächen im Quartier

Neben Wohnen entstehen Flächen für Dienstleister, Einzelhandel und ein Hotel. Für Unternehmen, die zentral in Überlingen arbeiten wollen, eine Alternative zu Oberried und Nussdorfer Strasse.

Aufwertung des Standorts

5,7 Hektar Brache werden zum lebendigen Quartier. Das stärkt Überlingen als Wirtschafts- und Wohnstandort und erhöht die Attraktivität für Unternehmen in der gesamten Stadt.

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Renata Brauer, Immobilienmaklerin

Renata Brauer

Zertifizierte Immobilienmaklerin (DFI)

Das Kramer-Areal verändert Überlingen. Als Maklerin vor Ort beobachtet Renata Brauer die Entwicklung genau und weiss, was das für den Immobilienmarkt bedeutet. Ob Sie eine Gewerbefläche in Überlingen suchen oder Ihre Immobilie verkaufen möchten: Sie berät Sie mit Blick auf den ganzen Standort.

Überlingen hat mit Oberried, der Nussdorfer Strasse und bald dem Kramer-Areal drei verschiedene Standortprofile. Welcher passt zu Ihnen? Renata Brauer hilft bei der Einordnung.

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